Paintball-Verbot jetzt!

Paintball ist eine Modeerscheinung seit Ende der Achtziger Jahre zunehmend ihren Weg aus den USA über den großen Teich nach Europa und Deutschland findet. Bei einer Paintball-Veranstaltung werden die Teilnehmer (normalerweise zwei Teams a sieben Mann/Frau)  mit Gewehren ausgestattet, die Farbbälle verschießen. Auf einem Hindernisparcour wird dann versucht, möglichst viele Gegner zu treffen, um das Spielziel zu erreichen. Dieses besteht, je nach Spielart, zum Beispiel daraus, die gegnerische Flagge zu erobern (Capture the flag), die ganze gegnerische Mannschaft zu markieren (Elimination), oder es wird gar nicht erst im Team gespielt und es geht für jeden einzelnen darum, möglichst lange nicht getroffen zu werden (Last man standing). Wie man aus den englischen Bezeichnungen der Spielmodi erkennen kann, wird hier Krieg nachgespielt. Da auch der Amokläufer von Winnenden begeistert Paintballspieler war (man fand mehrere Softairguns in seinem Zimmer), versucht die große Koalition zur Zeit, ein Verbot von Paintball gesetzlich umzusetzen. Dieses unterstützenswerte Vorgehen wird durch lästige Kritik behindert. Auf Spiegel-online war vor kurzem ein Artikel zu lesen, in dem die Wirksamkeit eines Paintball-Verbots bezweifelt wurde. Wer solche Irrmeinungen vertritt, sollte am besten gleich mit verboten werden!Als ein Argument wird angeführt, dass die Polizei nicht die nötigen Mittel hätte, um ein solches Verbot auch zu überwachen. Dem sei zu erwidern, dass es sich hier um eine großflächige Veranstaltung handelt, die kaum im Versteckten ablaufen kann. Hier sollte man auf aufmerksame Bürger hoffen, die solches Treiben melden, dann ist eine Überwachung durch die Polizei nicht notwendig.

Des Weiteren wird angeführt, dass Paintball in fast alllen anderen europäischen Ländern als Sport anerkannt ist. Doch ein Verweis auf andere ist nie ein gutes Argument. Hier kann Deutschland sich in die Führungsrolle begeben und mit gutem Beispiel durch ein Verbot vorausgehen.

Doch ein Paintball-Verbot kann offensichtlich nur der Anfang sein, denn es ist nicht das einzige Spiel in unserer Gesellschaft. Auch wenn es einen Aufschrei auslösen sollte, Spiele wie Risiko oder Schach, bei denen letztendlich Krieg nachgespielt wird, sind nicht einen Deut besser als Paintball, und auch Fangen, welches letztlich eine Jagd nachstellt, fällt in diese Kategorie. Diese Aufgaben sollten angegangen werden, sobald das Paintball-Verbot besiegelt ist.

Nachtrag: letztlich scheint die Bundesregierung mal wieder zu schwach zu sein, um sinnvolle Maßnahmen durchzusetzen.

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