Lasst Opel doch endlich sterben
In den letzten Tagen verdichten sich die Schlagzeilen um GM inklusive Opel und Chrysler wieder. US-Präsident Barack Obama hat den beiden Herstellern ein Ultimatum gesetzt, in den nächsten Wochen ein realistisches Sanierungskonzept vorzulegen. Dieses Spiel wird im Grunde schon seit fast einem halben Jahr gespielt, denn ursprünglich sollte ja Ende März ein Sanierungskonzept vorliegen; diese Frist wurde jetzt verlängert.
Für die Unterstützung von Opel fordert die Bundesregierung erst ein fertiges Konzept für GM, was nur zu verständlich ist, da im umgekehrten Falle GM mehrere Milliarden an Staatshilfen in Europa einstreichen könnte, und gleichzeitig trotzdem alle Werke hier dicht machen könnte. Des Weiteren wird, wie auch bei der Mutter GM, ein zukunftsfähiges Konzept von Opel verlangt. Bei beiden Konzernen stellt sich die Frage, wie ein realistisches Zukunftskonzept aussehen sollte. Im Moment sinken die Absatzzahlen in der gesamten Branche, und ohne massive Staatshilfen scheint es unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet den Sorgenkindern der Branche gelingen sollte, so viel besser als die Konkurrenz abzuschneiden, dass wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.
Selbst wenn sich die Branche von ihrer derzeitigen Krise erholen sollte, stellt sich aber die Frage, warum Opel oder GM weiterhin teil des Spiels sein müssen. Hier in Deutschland würde ein großer Teil des Absatzes von VW und seinen Töchtern übernommen werden, hier würde also ein Teil der Arbeitsplätze wieder entstehen, der bei Opel jetzt verloren geht. Die restliche Opel-Marktanteil würde sich dann unter Europäern und Japanern aufteilen. Da die Europäer auch zu einem großen Teil auf deutsche Zulieferer setzen, würde das Produktionswachstum dieser Hersteller Arbeitsplätze bei deutschen Zulieferern sichern. Insgesamt scheinen die Zahlen der von Arbeitslosigkeit bedrohten, die im Moment durch die Presse geistern, also deutlich überhöht.
Der wichtigste Punkt wird aber von den Grünen angesprochen: es macht nur Sinn, Opel zu retten, wenn dabei eine Firma entsteht, die ganz und gar auf nachhaltige Mobilität setzt. Das Auto in seiner jetzigen Form ist ein Auslaufmodell, und es sollte keine staatlich finanzierten Überkapazitäten an steinzeitlichen Produkten geben, denn dieser Weg führt in die Sackgasse staatlicher Subventionen für Fässer ohne Boden, man erinnere sich nur an die unsäglichen Steinkohlesubventionen. Ein Aus von Opel oder eine komplett grüne Neuausrichtung wären daher die einzigen Möglichkeiten, die zukunftsfähig sind. Hier ist aber die Abwicklung von Opel vorzuziehen, denn dann kann das Geld, was sonst in das marode Unternehmen gesteckt werden müsste, direkt in die Förderung von zukunftsträchtigen Technologien gesteckt werden. Mit dem gleichen Geld würden so mehr neue Arbeitsplätze geschaffen, als alte verloren gingen. Sozusagen als Bonus wären diese Arbeitsplätze, im Gegensatz zu den derzeitigen, zukunftssicher, und würden helfen, Deutschlands Marktführerschaft im Bereich der grünen Technologien zu sichern. Daher lautet mein Apell: lasst Opel sterben, dass Geld kann besser angelegt werden!