Die Illusion einer wirksamen Finanzmarktüberwachung

Seit dem Ausbruch der Finanz- und inzwischen auch Wirtschaftskrise wird der Ruf nach einer Kontrolle der Banken immer lauter, da deren Geschäfte als Verursacher der Krise gelten.  So soll auch beim G20-Gipfel über die neue Weltfinanzordnung diskutiert werden, in der die Überwachung von Finanzinstituten angeblich eine große Rolle spielen wird. Vom ehemals Neoliberalen bis hin zu den Linken wird diese Überwachung als das neue Wundermittel gepriesen, das künftige Krisen dieser Art und in diesem Ausmaß verhindern soll. Doch wie wirksam kann so eine Kontrolle sein?

Lange vor dem Platzen der Immobilienblase in den USA war bekannt, dass es sich bei den steigenden Immobilienpreisen nicht um substanzielle Preissteigerungen handelte, sondern dass sich eine Blase aufblähte. Trotz der immer wieder anklingenden Warnungen über die Gefährlichkeit dieser Blase, und sogar mahnenden Worten hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit für die Gesamtwirtschaft erkannte niemand deren wahres Ausmaß. Auch nicht diejenigen, die als allererste davon betroffen waren, nämlich diejenigen, die Papiere hielten, in denen entsprechende Anleihen gebündelt waren. Hierbei sind besonders die Versicherungen hervorzuheben, deren gesamtes Geschäft in der Risikoabschätzung besteht, und die trotzdem offensichtlich nicht erkannten, was für Gefahren diese neu entworfenen Papiere beherbergten.

Trotz dieser offensichtlichen Unfähigkeit zur Risikoabschätzung bei Personen und Institutionen, deren Tagesgeschäft nur genau hierin besteht und die dabei viel Erfahrung und Know-How einbringen können, scheint ein großer Teil der Gesellschaft, einschließlich der Politiker selbst, zu glauben, dass der Staat es besser kann. Nun ist Selbstüberschätzung im politischen Geschäft nichts neues, hier nimmt Sie aber einerseits fast groteske Züge an, und andererseits ist sie besonders gefährlich, da sie kaum als solche wahrgenommen wird, nein im Gegenteil wird von allen Seiten danach gerufen.

Falls im Laufe der nächsten Zeit tatsächlich etwas geschehen sollte, und die angekündigten Reformen nicht von der wieder Auflebenden Konjunktur erstickt werden, wird damit doch nichts besser. Es würden staatliche Stellen für Risikokontrolle geschaffen, die nicht darauf hoffen können, in irgendeiner Weise effizienter Risiken wahrzunehmen, als das bei den jetzigen Marktteilnehmern schon der Fall ist, dafür aber den Steuerzahler wieder ein paar Millionen (was sind heutzutage schon noch Millionen) Euro mehr kosten werden. Die nächste Krise ist damit vorprogrammiert.

Björn Knutsen

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