Aus der Geschichte lernen – mal anders
Aus der Geschichte lernen hat normalerweise eine positive Konnotation: ob es nun heißt, die Deutschen sollten aus ihrer Geschichte lernen, oder ob ich aus meinen Fehlern lernen soll, dieser Lerneffekt ist angeblich positiv.
Nicht unbekannt ist in diesem Zusammenhang auch, aus der Geschichte anderer zu lernen. Dafür gibt es auch jede Menge Biographien oder ähnliches. Hier wird allerdings berichtet, dass es inzwischen auch möglich ist, aus der Geschichte anderer zu lernen, ohne dass diese davon je erfahren. Mit ein bisschen css- und javascript-Programmierung ist es möglich, die Browser-History der Webseiten-Besucher auszulesen.
Das vorgestellte Beispiel, welches die Browser History verwendet, um die besuchten Social Bookmarking Sites zu erkennen und nur entsprechende Links anzuzeigen ist noch harmlos und kann dem Komfort dienen. Man stelle sich den Fall vor, dass man sich über StudiVZ die Seiten und die Fotos von ein paar Freunden anschaut und anschließend den Tag noch gemütlich mit ein paar Schmuddel-Szenen aus dem Netz beenden will. Nun liest der Porno-Anbieter die History aus und sieht, wessen Seiten ich besucht habe. Unter Umständen ist es für ihn nun nicht mehr schwer, der anonymen IP eine reale Person zuzuordnen. Ein unangenehmer Gedanke, auch für viele, die nicht regelmäßig Porno-Seiten nutzen oder in StudiVZ vertreten sind.
Glücklicherweise sind in den Kommentaren zu dem Blogpost auch gleich Methoden angegeben, das Auslesen der History zu verhindern. Die sicherste scheint mir diejenige über die Firefox Plugins SafeHistory und SafeCache zu sein, vor allem, weil mit zweiterem auch gleich der Zugang zum Cache gesperrt wird. Leider scheinen beide noch nicht in Versionen für Firefox 3 vorzuliegen. Deswegen habe habe die Methode über die user.css versucht. Für Firefox unter Linux erstellt man dazu im Verzeichnis user/.mozilla/firefox/xxx.default/chrome (xxx.default: xxx steht hier für eine normalerweise zufällige Buchstaben- und Zahlenkombination. Wichtig ist der Teil .default. Wenn man noch andere Profile regelmäßig nutzt, ist das gleiche Vorgehen natürlich auch dort empfehlenswert) eine Datei mit dem Namen userContent.css und trägt die angegebene Zeile
a:visited {color:blue !important}
ein. Nach einem Neustart funktioniert zumindest das verlinkte Beispielskript nicht mehr. Der Nachteil ist, das besuchte Links nun immer in leuchtendem Blau dargestellt werden, was zwar für Einheitlichkeit sorgt, bei den meisten Websites aber gar nicht zum restlichen Design passt. Ich für meinen Teil werde es deswegen mal mit anderen Farben probieren.
Tags: anonymes Browsen, Browser History, Datenschutz
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